Angesichts möglicher Ausschreitungen rufen EAD und ICEJ zum Gebet für Deutschland auf
Reformationstag: Aufruf zum Gebet für unser Land
Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) hat Gemeinden und christliche Netzwerke dazu aufgerufen, am Reformationstag (31. Oktober) für Frieden und Besonnenheit zu beten. Hintergrund sind bundesweit angekündigte Demonstrationen sowie Warnungen vor möglichen gewalttätigen Ausschreitungen. Unter dem Slogan „Gen Z regelt“ beziehungsweise „Gen Z steht auf“ formiert sich ein bundesweiter Protesttag in zahlreichen deutschen Städten. Dabei geht es unter anderem um bessere Bildung, bezahlbare Lebenshaltungskosten und die Ablehnung einer Wehrpflicht. Die Organisatoren distanzieren sich ausdrücklich von Gewalt.
Gleichzeitig warnen Sicherheitsbehörden und Politiker davor, dass gewaltbereite Gruppen die Demonstrationen für Ausschreitungen nutzen könnten. U. a. Hessens Innenminister Roman Poseck und Brandenburgs Innenminister Jan Redmann verwiesen dabei auf die jüngsten gewaltsamen Proteste in Frankreich. Die Polizei bereitet sich laut verschiedener Pressemeldungen auf mögliche Störungen vor.
Gebet für Frieden und Schutz
Vor diesem Hintergrund wandte sich die EAD am 26. Oktober mit einem Gebetsaufruf an Ortsallianzen, Gemeinden, christliche Werke und Initiativen sowie internationale Gemeinden. Sie lädt dazu ein, am Reformationstag gemeinsam für Frieden auf den Straßen, den Schutz der Bevölkerung und ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander zu beten. Besonders im Blick stehen Familien, Kinder, ältere Menschen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Die EAD bittet darum, dass diese nicht pauschal verdächtigt oder für politische Auseinandersetzungen instrumentalisiert werden.
Ein weiteres Anliegen ist der Schutz jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie jüdischer Gemeinden und Einrichtungen. Auch die Frauen und Männer bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie politische Verantwortungsträger sollen im Gebet berücksichtigt werden.
ICEJ ruft zum Gebet vor Rathäusern auf
Auch die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Deutschland hat sich mit einem Gebetsaufruf an die Öffentlichkeit gewandt. Sie warnt vor einem möglichen „Flächenbrand“ im Zusammenhang mit den angekündigten Protesten, betont zugleich aber, dass die Zukunftsängste der jungen Generation ernst genommen werden müssten.
Für Samstag, den 31. Oktober, ruft die ICEJ Christinnen und Christen dazu auf, sich um 16 Uhr vor den Rathäusern ihrer Städte zum Gebet zu versammeln. Dabei soll ausdrücklich auf Fahnen, politische Parolen und Demonstrationscharakter verzichtet werden. Stattdessen lädt die Organisation dazu ein, frei oder mit Worten aus den Psalmen für die eigene Stadt, die Regierung und die junge Generation zu beten.
Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des ICEJ-Vorsitzenden Gottfried Bühler die Bitte um „Gnade für Deutschland“, eine neue Hinwendung zum Gott der Bibel und das Gebet für die junge Generation.
Gemeinden als Orte der Versöhnung
Mit ihrem Aufruf verbindet die Evangelische Allianz die Hoffnung, dass christliche Gemeinden in gesellschaftlich angespannten Zeiten zu Frieden und Versöhnung beitragen. Als biblische Grundlage verweist sie auf Jeremia 29,7: „Suchet der Stadt Bestes […] und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.“ Die EAD ermutigt Christen, sich nicht von Angst oder gesellschaftlicher Polarisierung bestimmen zu lassen, sondern bewusst für ihre Städte und die Menschen vor Ort einzutreten.
Der von EAD-Vorstand Reinhardt Schink unterzeichnete Aufruf schließt mit der Bitte: „Herr, erbarme Dich über unsere Städte und schenke Frieden. Amen.“