"Gemeinde Jesu – ein Auslaufmodell?!"

BFP-Konferenz 2019

Das ist Frage und Aussage zugleich: „Gemeinde Jesu – ein Auslaufmodell?!“ Gleich zu Beginn seiner Predigt am ersten Abend der Konfrenz 2019 nimmt uns Präses Johannes Justus mit auf den Skopusberg in Jerusalem und lässt den Ausblick auf den Tempelberg und den links davon liegenden Ölberg vor unseren Augen lebendig werden – und das aus gutem Grund. In einer Kombination aus Hesekiel 47 und Sacharja 14 untersucht der Präses die Prophetie über den Wasserausfluss aus dem Tempel. Demnach wird dort eine Zeit beschrieben, in der das Wasser aus dem Tempel in die Wüste Judas hin bis zum Toten Meer fließen wird. Da, wo das Wasser hingelangt, blüht die Wüste auf und selbst das Tote Meer wird lebendig. Damit das passieren kann, muss jedoch ein entscheidendes Hindernis für den Fluss des Wassers ausgeräumt werden: Der Ölberg. Gemäß Sacharja 14 wird der Herr einst auf den Ölberg wiederkommen, wodurch dieser entzweigespalten wird und damit den Durchfluss des Wassers ermöglicht.

Bildhaft überträgt Johannes die Prophetie über den Tempel auf uns Gläubige und unsere Gemeinden. Wir müssen zu solchen „Auslaufmodellen“ werden. Das lebendige, göttliche Wasser soll aus uns herausfließen, denn wir, sowohl der einzelne, als auch die Gemeinde als Ganzes, sind Tempel des Heiligen Geistes. Genau darauf soll unser Leben ausgerichtet sein, auf diesen Ausfluss. So müssen alle Hindernisse ausgeräumt werden, die diesen Fluss verhindern. Dabei gibt Johannes dem Ölberg eine sehr interessante Bedeutung: „Berg der Erinnerungen“. Genau dieser Berg, mit dem die Jünger und mit dem auch wir heute so viele gute Erinnerungen verbinden, kann dem Ausfluss des Wassers im Wege stehen. Wir wollen nicht in der Vergangenheit leben, nicht nach hinten schauen und in den Erinnerungen leben, sondern nach vorne. Das Leben soll fließen! Neues Leben soll fließen.

Zum Schluss der Predigt erleben die Konferenzgäste einen ganz besonderen, emotionalen Moment. „Da wird es nicht nur viele Fische geben, sondern da werden auch viele Fischer sein“, verweist Johannes auf Hesekiel 47, 10. Symbolisch lässt er Fischernetze von der Bühne fallen und lädt dazu ein, nach vorne zu kommen und die Netze auszubreiten. „Packt mit an, vernetzt euch miteinander und werdet zu Menschenfischern“, fordert er die nach vorne Geströmten auf und ermutigt sie füreinander zu beten und prophetische Worte auszusprechen. So findet bereits an diesem Abend ein Stück weit Vernetzung statt.

Albert Stein

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