Gutes Netz und guter Ruf!

Anfang November reisten Thomas und Ruth Halstenberg von der Velberter Mission sowie Christian und Irene Walter vom Förderverein „Aktion Lebensbrot“ nach Indien. Das Abenteuer begann schon mit einem „Visumswunder“, denn Irenes Visumsantrag wurde im Vorfeld zweimal abgelehnt. Wider Erwarten hielt sie 3 Tage vor Abflug ihr Visum in den Händen. Eine spannende Reise wurde Wirklichkeit …

„Wir wissen nicht, wie lange wir noch Zeit haben.“ Kumar* sagt diesen Satz ernst und entschlossen, als wir seine weit über den Bundesstaat verstreuten Gemeinden besuchen. Er und seine Frau Serena* arbeiten seit vielen Jahren als Mitarbeiter der VM in einem Land, dessen hinduistische Regierung den Staat bis 2021 „christenfrei“ machen will. Kumar ist es ein Anliegen, dass die über 60 Gemeinden, denen er vorsteht, im Glauben gestärkt werden, um auch weiter bestehen zu können, wenn die Unterstützung aus dem Ausland unmöglich wird.
Er fährt mit uns zu leuchtend grünen Teegärten und über abenteuerliche Bergstraßen. Kumar* zeigt uns die Kapellen in den Dörfern und stellt uns die Pastoren und Mitarbeiter vor. In ihren Häusern werden wir freundlich mit dem Gruß der Christen, „Preist den Herrn!“ und Milchtee begrüßt. Beeindruckt sind wir von dem Mikrokredit-Projekt, das einige Pastoren erfolgreich anwenden und so Selbstständigkeit erlangen: ein Fischteich, ein paar Schweine oder Kühe.

Im Missionszentrum herrscht buntes Treiben. Die Jugendkonferenz mit etwa 600 Teilnehmern wird eifrig vorbereitet. Wir treffen uns mit einigen Pastoren zum Gebet für den Event. Eben so große Kindercamps, Frauen- und Männerkonferenzen finden hier statt. Kumar und Serena Wasi* setzen sich leidenschaftlich ein. Als wir uns 3 Tage später von den Beiden verabschieden, sind wir dankbar, dass wir eine gut vernetzte Gemeindearbeit mit starken Christen kennenlernen durften, die auch in Verfolgung standhalten wird.

Unser nächstes Ziel: das Kinderheimprojekt der VM an der nepalesischen Grenze. Für viele Jungen wurde es zu einem geliebten, prägenden Zuhause. Zwei von den „Ehemaligen“ dürfen wir bei unserem kurzen Besuch treffen. Sie sind extra aus Delhi angereist, um mit uns ihre Gedanken zu teilen, wie sie das Heim unterstützen wollen. Der Segen, den sie erfahren haben, fließt zurück. Als wir mit den 26 Jungen und den Mitarbeitern gemeinsam eine kleine Feier haben, werden die Ehemaligen von den Jungen umringt wie große Brüder. „Wir sind wie eine Familie“, erklärt die Heimleiterin Amana* lächelnd. Sie führt die Einrichtung mit großem Engagement und Mutterliebe.

Gegenüber dem Kinderheim, auf der anderen Straßenseite, liegt die ambulante Klinik. Beide Projekte waren lange Jahre Wirkungsfeld etlicher Mitarbeiter der VM. Jeden Tag werden über 200 Patienten in der Klinik behandelt. Bibelverse zieren die Außenwand. Öffentlich evangelisieren darf man heute nicht mehr. Auch christliche Kinderheime stehen unter Beschuss. Aber der gute Ruf der Klinik ist noch ein Schutz. Mit einem Gottesdienst in der Gemeinde vor Ort geht unsere Reise dem Ende zu. „Zehntausend Gründe“ erklingt in Hindi aus den Mündern der Christen. Ein Glaubensbekenntnis, das in diesem Land eine tiefe Bedeutung hat …

*Namen aus Sicherheitsgründen geändert.

Ruth Halstenberg

Velberter Mission

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