Christen im Iran zwischen Repression und Hoffnung

In Zeiten der Dunkelheit

Symbolbild; Quelle: unsplash

Iran/Nidda (ds) Im Iran eskalieren landesweite Proteste gegen das Regime. Christen geraten erneut ins Visier der Machthaber. AVC steht in engem Kontakt mit betroffenen Familien und erlebt, wie Gott selbst in Repression und Angst Menschen zum Glauben ruft.

Proteste und harte Repression

Seit Anfang Januar erschüttern landesweite Proteste das Land. Tausende Menschen demonstrieren gegen ein politisch religiöses System, das sie als korrupt und unterdrückend empfinden. Die Machthaber reagieren mit massiver Gewalt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Islamische Revolutionsgarde, die als militärische und ideologische Stütze des Regimes gilt. Verhaftungen, Einschüchterungen und sogenannte Säuberungen prägen das öffentliche Leben.

Gesellschaftliche Unruhen werden immer wieder genutzt, um auch gegen religiöse Minderheiten vorzugehen. Christen geraten verstärkt ins Visier der Sicherheitsbehörden. Hauskirchen werden überwacht, Leiter verhört, Gläubige unter Druck gesetzt. Der Vorwurf lautet häufig, sie gefährdeten die nationale Sicherheit oder stünden unter westlichem Einfluss.

AVC an der Seite der verfolgten Christen

Als AVC begleiten wir seit vielen Jahren verfolgte Christen im Nahen Osten. Durch vertrauenswürdige Partner, durch Netzwerke unter Geflüchteten und durch persönliche Beziehungen stehen wir mit iranischen Gläubigen in engem Kontakt. Wir unterstützen Hauskirchen, leisten seelsorgerliche Begleitung, helfen in akuten Notlagen und begleiten Geflüchtete unter anderem in der Türkei und Griechenland.

Die aktuellen Entwicklungen treffen viele unserer Kontakte unmittelbar. Eine Familie, mit der wir seit Längerem verbunden sind, verlor während des gewaltsamen Eingreifens der Revolutionsgarden drei junge Cousins. Ein anderer Mann wurde verhaftet, weil ihm vorgeworfen wird, eine Demonstration gefilmt und das Video verbreitet zu haben. Seine Schwester ist in die Türkei geflüchtet und dort mit unseren Mitarbeitern vernetzt. Das Geschäft der Familie wurde niedergebrannt. Die wirtschaftliche Existenz ist zerstört.

»Gebet ist unsere stärkste Waffe«

Dalia*, eine Christin aus dem Iran berichtet: »Wenn Leute hören, dass wir Christen sind, sagen sie: ›Gott sei Dank, dass wir euch getroffen haben.‹ Ich glaube sie spüren, dass unser Gebet Hoffnung und Lebensmut hervorbringt. Wir Christen beten nicht, weil wir sonst keinen Ausweg sehen, sondern weil Gebet das stärkste und wirkungsvollste ist, was wir gerade tun können.«

Inmitten von Angst und Unsicherheit erleben die Gläubigen, dass ihr Zeugnis wahrgenommen wird. Gerade in einer Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit suchen viele Menschen nach Orientierung. Christliche Gemeinschaften werden zu Orten des Trostes und der geistlichen Klarheit.

Gott wirkt im Verborgenen

Ein Christ namens Roz* berichtet von einer Begegnung, die ihn selbst überrascht hat. Er saß in einem Park nahe seiner Wohnung, als er den inneren Eindruck hatte, eine Frau anzusprechen, die nicht weit von ihm entfernt saß. Die Überzeugung war klar, er solle mit ihr sprechen und für sie beten.

Zunächst zögerte er. Die junge Frau wirkte äußerlich gesund. Zudem erschien es ihm riskant, in unmittelbarer Nähe seines Wohnortes eine fremde Person anzusprechen. Dennoch begann er ein Gespräch. Zu seinem Erstaunen sagte sie, sie habe alle Korane aus ihrem Haus entfernt und im Internet recherchiert, was sie tun müsse, um Christin zu werden. Sie habe ein Gebet gesprochen, wisse aber nicht, ob sie nun wirklich Christin sei.

Unter Tränen erzählte sie, dass sie an Multipler Sklerose leide und nicht ohne Hilfe gehen könne. An diesem Tag vertraute sie bewusst ihr Leben Jesus Christus an und schloss sich einem Hauskreis an. Inzwischen geht es ihr gesundheitlich deutlich besser.

Bitte um Fürbitte

Als AVC bitten wir die Gemeinden im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden um anhaltendes Gebet für die Christen im Iran. Beten wir für Schutz vor Verhaftung, für Weisheit im Umgang mit Behörden, für Versorgung in wirtschaftlicher Not und für Mut, das Evangelium weiterzugeben.

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert.



AVC steht verfolgten Christen bei, macht Jesus Christus bekannt und hilft Notleidenden.

 

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