2.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Auftakt in Willingen
"PIONEERS": BFP-Bundeskonferenz startet mit Teilnehmerrekord
Willingen. Mit 2.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist die 131. Bundeskonferenz vom 21. bis 24. September 2026 die bislang bestbesuchte Konferenz des BFP. Gegenüber 2025 stieg die Teilnehmerzahl um 300. Da die große Veranstaltungshalle rund 1.700 Plätze bietet, gibt es wie bereits in den vergangenen Jahren zusätzlich einen Overflow-Bereich.
Am Nachmittag startete die Konferenz mit verschiedenen Vorkonferenzen. Das Spektrum reichte von christlichen Schulen, Gemeindeentwicklung und Gemeindegründung über missionale Leitung und Geistesgaben bis zu Fragen von Seelsorge und Spiritualität.
Geistlich reif – und emotional gesund
„Ist gesunde Spiritualität ein Gradmesser in unserem BFP?“ Diese Frage stellte das Forum für Seelsorge und Spiritualität im BFP (FSSp) in den Mittelpunkt seiner Vorkonferenz. Pastor Nico Strobel aus Bielefeld präsentierte Thesen dazu, wie eine ganzheitliche Spiritualität in Gemeinden aussehen kann. Eine davon lautete: „Du kannst nicht geistlich reif sein wollen, aber emotional unreif bleiben.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Felix Ronsdorf und Gabriel Skibitzki ging es um konkrete Wege, geistliches Leben in der lokalen Gemeinde zu gestalten.
Einen anderen Akzent setzte der Theologische Ausschuss. Unter der Überschrift „Wohin mit der Kraft?“ sprach Egbert Warzecha über einen biblischen und praktischen Rahmen für Kraftwirkungen und Geistesgaben.
Förderpreis für Engagement vor Ort
Wie Gemeinden ihr Umfeld mitgestalten können, war Thema der Vorkonferenz „Kirche im Quartier“ von Freikirchen.Bank und MÖRK. Dabei wurde erstmals der Förderpreis „Suchet der Stadt Bestes!“ vorgestellt. Ausgezeichnet werden Projekte, die das Leben von Menschen und ihr gesellschaftliches Umfeld positiv verändern.
Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: „Von Jugendlichen für Jugendliche“, „Gemeindegründung“ und „Soziales Projekt“. Das jeweils erstplatzierte Projekt erhält 1.000 Euro. Bewerben können sich ab dem 1. Oktober Gemeinden aus dem Kundenkreis der Freikirchen.Bank sowie entsprechend angebundene Initiativen und anerkannte Bildungs- und Sozialwerke. Bewerbungsschluss ist der 10. Januar 2027.
Pioniergeist für den nächsten Schritt
Am Abend richtete Präses Friedhelm Holthuis beim Visionsabend den Blick nach vorne. Pioniergeist, so sein Einstieg, werde nicht nur bei Gemeindegründungen gebraucht. Er sei überall gefragt, wo Menschen Neues wagen.
Vor sieben Jahren stand Gemeindegründung zuletzt im Mittelpunkt einer BFP-Bundeskonferenz. Seitdem ist der Bund von 836 auf 1.119 Ortsgemeinden zum 1. Januar 2026 gewachsen. Friedhelm Holthuis warnte davor, sich auf einer solchen Entwicklung auszuruhen. Es brauche immer wieder eine größere Vision.
Diese beschrieb er für Deutschland mit einem konkreten Bild: Jeder Mensch soll innerhalb von 15 Minuten Fahrzeit eine lebendige lokale Gemeinde erreichen können. Auf einer Deutschlandkarte mit den Standorten der BFP-Gemeinden wurde sichtbar, wo bereits Gemeinden bestehen und wo Lücken bleiben. Dabei spiele es keine Rolle, ob neue Gemeinden groß oder klein, in der Stadt oder auf dem Land entstehen. „Wir haben keine Vision für Deutsche. Wir haben eine Vision für alle Menschen, die in Deutschland leben“, betonte der Präses.
Zugleich verband der Friedhelm Holthuis Gemeindegründung mit einer gesellschaftlichen Herausforderung: Eine Antwort auf Einsamkeit könne darin liegen, Teil einer tragfähigen Gemeinschaft und der „Familie Gottes“ zu werden.
Die Konferenz in Willingen geht noch bis Donnerstag, 24. September.