Stellungnahme der Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Trotz gegensätzlicher Überzeugungen – keine Gewalt!

Schaufenster das Café Stay in Leipzig, dass mit Graffiti beschmiert wurde.
Seit der Eröffnung wurden über 20 Anschläge auf das Café in Leipzig verübt. (Bild: Zeal Church)

Wiederholt kam es in den letzten Jahren zu Attacken auf das "Stay"-Café der Zeal Church (BFP)  in Leipzig. Mutmaßliche Täter aus der linksextremen Szene haben seit der Eröffnung vor fast zweieinhalb Jahren über 20 Anschläge verübt. Den bisher größten Schaden richtete ein Buttersäure-Anschlag im vergangenen Dezember an.

Jetzt hat der VEF-Vorstand eine Stellungnahme dazu veröffentlicht:

Als Vereinigung Evangelischer Freikirchen sind wir über den erneuten Angriff auf das STAY Café der Zeal Church in Leipzig erschüttert, bei dem durch den Einsatz von Buttersäure Menschen gefährdet worden sind und erheblicher Schaden entstanden ist. Wir verurteilen diesen Angriff sowie jegliche Form von physischer und verbaler Gewalt gegen freikirchliche Räumlichkeiten und religiöse Gemeinschaften.

Mit Sorge betrachten wir, dass kirchliche Veranstaltungen und Einrichtungen in den letzten Jahren vermehrt Ziel von Angriffen, Einschüchterungen und Störungen geworden sind. Als weiteres Beispiel ist der Anschlag auf die Freie evangelische Gemeinde Kassel-Ost im Dezember 2025 zu nennen.

Im Fall des Angriffes auf das STAY Café kam das Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die durch Angriffe – gleich aus welcher Richtung sie kommen und welche Motivation dahintersteckt – verletzt, eingeschüchtert oder verunsichert wurden. Derartige Übergriffe widersprechen fundamental den Werten unseres Grundgesetzes.

Als Vereinigung von 15 Freikirchenbünden mit teilweise sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Überzeugungen begrüßen wir den kontroversen Dialog. Kritik, auch an Kirchen und religiösen Gemeinschaften, sehen wir als wichtigen Bestandteil unserer Demokratie. Diese Kritik darf jedoch niemals in Entmenschlichung, verbale oder physische Gewalt umschlagen.

Wir rufen die politischen Mandatsträger dazu auf, sich für das Grundrecht auf freie Religionsausübung einzusetzen und sich auch in diesem konkreten Fall öffentlich an die Seite des STAY Cafés zu stellen. Glaubens- und Gewissensfreiheit umfasst auch den konsequenten Schutz von religiösen Gemeinschaften mit unpopulären Überzeugungen.

In Zeiten innergesellschaftlicher und innerkirchlicher Spannungen ist es unsere gemeinsame Verantwortung, Hass, Gewalt und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Konflikte sollten stets gewaltfrei und respektvoll ausgetragen werden. Wo immer möglich soll Raum für Dialog und friedlichen Diskurs geschaffen werden.

"Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen." – Matthäus 5,9

Der Vorstand der VEF am 2. Februar 2026


Quelle: vef.de

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