Weltverfolgungsindex 2026: Mehr als 388 Millionen Christen erleben Verfolgung und Diskriminierung

Was für uns selbstverständlich ist

Ein älterer Mann sitzt in einer Kirche in Jos, Nigeria, und liest in einer aufgeschlagenen Bibel.
Was für uns selbstverständlich ist: Ein Christ liest in einer Gemeinde in Jos, Nigeria, in der Bibel. Nigeria gehört zu den Schwerpunktländern beim Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen am 8. November. (Bild: International Mission Board)

Sonntagmorgen in den Gottesdienst gehen, einen Hauskreis besuchen, mit anderen beten oder in der Bibel lesen, eine Gemeinde gründen … Den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen, erscheint Christen in Deutschland selbstverständlich. Doch anderswo kann das Ausgrenzung, Gefängnis oder sogar Lebensgefahr bedeuten.

Der aktuelle Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks ⁠Open Doors führt diese andere Realität vor Augen. Nach dessen Erhebungen sind weltweit mehr als 388 Millionen Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens einem hohen Maß an Verfolgung oder Diskriminierung ausgesetzt. In den 50 Ländern mit der stärksten Verfolgung betrifft ein sehr hohes oder extremes Maß mehr als 315 Millionen Menschen.

Syrien steigt von Platz 18 auf Platz 6

Besonders auffällig ist die Entwicklung in Syrien. Das Land steigt innerhalb eines Jahres von Platz 18 auf Platz 6 des Weltverfolgungsindex. Open Doors führt die Verschlechterung unter anderem auf die Situation nach dem Sturz der Regierung Ende 2024 und den gewachsenen Einfluss islamistischer Gruppen zurück. Christen würden bedroht und zur Konversion zum Islam aufgefordert; zugleich habe die Gewalt zugenommen. Viele hätten das Land aufgrund von Unsicherheit und Verfolgung verlassen.

An der Spitze des Weltverfolgungsindex steht weiterhin Nordkorea. Nigeria liegt auf Platz 7 – und ist zugleich das Land, in dem nach Angaben von Open Doors weltweit die meisten Christen wegen ihres Glaubens getötet werden. Bewaffnete und islamistische Gruppen greifen christliche Dörfer an; zahlreiche Menschen wurden vertrieben.

Bereits zum Weltverfolgungsindex 2025 hatte BFP-Aktuell über die zunehmende Verfolgung von Christen berichtet. Damals ging Open Doors von rund 380 Millionen Betroffenen aus.  

Freiheit wahrnehmen – für andere beten

Der Blick über den Tellerrand macht deutlich, welchen Wert Religionsfreiheit hat. Sie schützt nicht nur den persönlichen Glauben, sondern auch das gemeinsame und öffentliche Glaubensleben. Dass Gemeinden Gottesdienste feiern, Menschen sich zum Gebet treffen, öffentlich aus der Bibel lesen und ihren Glauben weitergeben können, ist keine weltweite Selbstverständlichkeit.

Diese Freiheit nicht geringzuschätzen, bedeutet auch, sie wahrzunehmen und zu nutzen. Gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, Christen beizustehen, denen diese Freiheit fehlt.

Eine davon ist der Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen am 8. November 2026. In diesem Jahr stehen Nigeria und Syrien im Mittelpunkt. Gemeinden, Hauskreise und andere Gruppen können sich beteiligen und einen Gebetsgottesdienst oder Gebetsabend gestalten. Open Doors stellt dafür kostenloses Material bereit – darunter einen Leitfaden, Videos, Präsentationsfolien, Gebetskarten sowie eigenes Material für Kindergottesdienste.

Mehr Info unter: www.opendoors.de/aktiv-werden/weltweiter-gebetstag-fuer-verfolgte-christen

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